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Montag, 23. April 2012

Recap: Kleine Details verhindern den grossen Coup

Der Traum platzte dann wie eine Seifenblase. Trotz einer guten Leistung verliert der SHC Bettlach die "Belle" in Belpa knapp, wenn aber auch verdient, mit 7-10. Kleine Details entschieden am Schluss zu Gunsten des Favoriten.

Dabei waren die Parallelen zu Spiel 1, als der SHCB in Belp chancenlos blieb frappant. Bereits nach vier Zeigerumdrehungen musste Coach Rüfenacht die Notbremse in Form eines Time-Outs ziehen, der SHCB lag zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2-0 in Rückstand nachdem Zürcher und McFadden getroffen hatten. Bettlach kam aber danach eindrücklich zurück. Mit drei Toren in vier Minuten führte der SHCB plötzlich in Belp, und keiner wusste genau wieso. Doch - eigentlich schon. Belpa holte sich drei kleine Strafen ab und Bettlach zeigte sich unglaublich effizient in diesen Überzahlspielen. Andreas Walker, Rüegger und Ryhorchuk drehten die Partie zu Gunsten des SHCB. Eigentlich unglaublich, denn bei Vollbestand der Kräfte war Bettlach chancenlos. Belpa spielte beeindruckend direkt, schnell und präzise und wirbelte nach Belieben durch die Abwehr der Gäste. Diese Überlegenheit münzten die Gürbetaler dann schliesslich auch noch in zwei Tore um, sodass der Favorit zur ersten Pause doch führte. Dass Bettlach aber resultatmässig nach wie vor Schritt halten konnte, war einem wiederum reflexstarken Raboud im Tor zu verdanken.

Bestnoten für die kämpferische Leistung
Auch zu Beginn des Mitteldrittel erinnerte danach aber vieles an Spiel 1. Wiederum gelang der Start ins Mitteldrittel nicht. McFadden und Fuchs schienen Belpa mit zwei Treffern in den ersten drei Minuten definitiv auf Halbfinalkurs zu bringen. Wenn man nett sein will, kann man hier schreiben, dass es natürlich war dass Belpa danach etwas die Konsequenz vermissen liess, wenn man böse sein will darf man auch schreiben, dass Belpa danach arrogant wirkte. Die Defensivarbeit wurde plötzlich verweigert und plötzlich stand Ryhorchuk alleine vor Maeder (was das 6-4 bedeudete) und eine Minute später tauchte auch Affolter alleine vor dem Goal der Gäste auf. Es wäre wohl übertrieben bei einer Aktion von Affolter von "technisch brilliant" zu sprechen, aber was Affolter in dieser Situation zeigte war nahe dran. Maeder konnte seinen ersten Abschlussversuch zwar so halb parrieren, halb noch am Boden liegend haute Affolter den Ball aber aus einem unglaublichen Winkel ins Tor - 6-5! Es sind aber halt eben Details die (noch) zwischen Teams wie Bettlach und Belpa entscheiden. In solchen Momenten können Spitzenteams halt wieder einen Gang hoch schalten. Müller baute die Führung wieder auf 7-5 aus. Mauro Kiener verkürzte zwar wieder auf 7-6, doch auch nach diesem Anschlusstreffer konnte sich Bettlach nicht festbeissen. Eine Minute später stand es schon wieder 8-6.

Der Bettlacher Anhang durfte aber nach wie vor von der Sensation träumen. Und tatsächlich...Ryhorchuck rundete seine stärkste Leistung auf schweizer Boden mit seinem 3.Tor ab (Dazu kommen noch 3 Torvorlagen!). Aber eben...31 Sekunden später tauchten Daniel Fahrni und Faina in einer 2-1-Situation vor Raboud auf und schon war der alte 2-Tore-Rückstand wieder da. Drei Mal schoss Bettlach den Anschlusstreffer, immer wieder konnte Belpa mehr oder weniger sofort wieder davon ziehen. Beim 5-6 dauerte es 3 Minuten bis zum Belper "Re-Break", beim 6-7 etwas über eine Minute und zwischen dem 7-8 und dem 7-9 lag dann nur noch eine halbe Minute. Diese Labilität nach Erfolgserlebnissen ist wohl einfach der Preis den ein junges Team wie Bettlach noch bezahlen muss. Wären dem SHCB in dieser Phase des Spiels einmal zwei Tore in Folge geglückt, und somit der Ausgleich kann man nur mutmassen was in den Belper Köpfen passiert wäre. So aber kam es halt anders. Fuchs schoss fünf Minuten vor dem Ende das 10-7 und besiegelte damit das Bettlacher Schicksal.

Die Reise endet für den SHCB also wieder bereits im Viertelfinal. Wenn die Enttäuschung natürlich gross ist, so wird man dieser Serie dann doch auch Positives abgewinnen können. Noch nie stand Bettlach dem Halbfinale so nahe wie in diesem Jahr. Die Leistung stimmte. Miesepeter, welche den Bettlacher Sieg in Spiel 2 darauf zurückführen, dass einige Teamstützen bei Belp fehlten, mussten eingestehen, dass Bettlach auch in Spiel 3 gegen ein komplettes Belpa im Spiel war und bis fünf Minuten vor Spielende noch vom Sieg träumen durfte. Diese Entwicklung stimmt positiv und lässt gespannt in die Zukunft blicken.

Copin's 3-Stars:
*** RYHORCHUK, Robert
** RABOUD, Joey
* WALKER, Andreas

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