In meiner Vorschau attestierte ich dem SHC Grenchen-Limpachtal, dass man es immer wieder schafft auf die entscheidende Phase der Meisterschaft "ready" zu sein. Auf dem Feld widerlegte der SHC GreLi heute meine These.
"Cupsieger 2012" stand auf einem Plakat hinter Goalie Dave Fankhauser. Es steht den Grenchnern absolut zu, diesen schönen Erfolg auszukosten. Sonnt man sich jedoch all zu lange im Glanz dieses Cupsiegs kann es in der Meisterschaft ein böses Erwachen geben. Und tatsächlich erinnerte die heutige Ausgabe des SHC Grenchen-Limpachtal in keiner Weise an diejenige von Thun. 0-2 führte der Gast aus Belp nach dem ersten Abschnitt, Grenchen wirkte emotions und ideenlos, aber ich und wohl viele andere hätten schwören können, dass die nach einem freien Weekend etwas eingerosteten Gelenke der Gastgeber ab Durchgang zwei wieder besser schmieren.
Wie vor der Kirche...
Grenchen blieb aber auch im Mitteldrittel einiges schuldig. Zwar konnte Siegenthaler zum 1-2 verkürzen, aber noch immer wirkte Grenchen ungewohnt unentschlossen in den Zweikämpfen. Dies sollte sich dann auch bald im Resultat niederschlagen. Erst schnappte sich Fuchs in der eigenen Zone den Ball und konnte ungestört bis vor das Tor von Fankhauser spazieren (und scoren), Müller suchte sich danach den freien Weg durch die Mitte und traf zum 1-4. Den Höhepunkt (oder je nach Sichtweise den Tiefpunkt) lieferte McFadden, welcher mit Grenchens Abwehr Katz und Maus spielte und in Unterzahl zum 1-5 traf. Wie weisse Tauben die gerade die Freheit erlangt hatten flatterten die Belper dem Sieg entgegen, Grenchens Abwehr stand derweil Spalier. Je ein Powerplay-Treffer durften beide Teams noch bejubeln, danach ging es bei 2-6 ins zweite Break.
Grenchen brauchte eine 180°-Kehrtwende und zu Beginn des Schlussdrittels schienen die Blau-Weissen tatsächlich zurück zu kommen. Begünstigt durch zwei Blackouts des bis dahin starken Hofmann trafen Däppen und Kohler zum 4-6. Das Momentum schien urplötzlich auf die Seite der Limpachtaler zu kippen, nicht zuletzt auch weil Ref Seiler das reguläre 4-7 der Belper aberkannte. Das 4-7 kam aber dann doch: Wieder war Müller vor dem gegnerischen Slot nach einem Abpraller schneller vor Ort als alle Grenchner. Mit diesem Tor war das Spiel gelaufen. Fuchs traf in Überzahl, Zürcher abermals alleine vor Fankhauser und Faina scorte schon fast typisch aus spitzem Winkel. Schliesslich siegte Belp überraschend klar mit 5-10.
Gestolen hatte Belpa den Sieg definitiv nicht. Die Berner spielten taktisch clever, begingen defensiv nur ganz wenige Fehler und wirkten äusserst entschlossen. Müsste man nach dem heutigen Spiel urteilen, so deudet die Körpersprache und die fehlende Leidenschaft auf ein baldiges Saisonende für Grenchen hin. Grenchen wäre aber nicht Grenchen, wenn man das Ruder nicht doch noch rumreissen könnte. Auch wenn das Team von Simon Kunz in dieser Spielzeit das Feld gegen Belp noch nie als Sieger verlassen konnte, so darf am nächsten Samstag eine deutliche Reaktion erwartet werden - ansonsten bleibt Grenchen doch nur der Cupsieg 2012.
Copin's 3-Stars:
*** MCFADDEN, Tyler (BLP)
** FUCHS, Nicola (BLP)
* MUELLER, Marc (BLP)
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